Was ist Lerntherapie?

Kern meiner Förderarbeit ist die effektive Vermittlung von Lese-, Rechtschreib- und Rechenstrategien. Ganz wichtig ist für mich dabei eine ganzheitliche Herangehensweise. Denn es geht in der Lerntherapie nicht nur um die Steigerung schulischer Leistungen, sondern vor allem darum, das emotionale Befinden der Kinder zu verbessern und Ängste gegenüber der Leistungssituation in der Schule abzubauen. Dadurch kann insgesamt eine bessere Lernbereitschaft und Lernfähigkeit erzielt werden. Die Kinder lernen, ihr gesamtes Arbeits-, Sozial- und Lernverhalten besser zu kontrollieren.

 

Besonderen Wert lege ich auf die stetige Zusammenarbeit mit Eltern und Lehrern und den sich daraus ergebenden Austausch von Informationen. Deshalb finden in bestimmten Abständen individuelle Elterngespräche und Schul- bzw. Lehrerbesuche statt. Je mehr Information und Hintergrundwissen über die Situation eines Kindes vorhanden ist, desto besser kann man den jeweiligen Herausforderungen begegnen.

 

Anders als bei der Nachhilfe wird in der Lerntherapie nicht einfach nur direkt am Schulstoff gearbeitet, sondern gezielt an den individuellen „Stolperstellen“ des Kindes. Hierzu gibt es verschiedene bewährte Methoden.

 

Es kann durchaus vorkommen, dass sich zum Beispiel ein Viertklässler im Bereich der Rechtschreibung oder beim Rechnen auf dem Fertigkeitsstand einer oder mehrerer Klassen darunter bewegt. In der Lerntherapie muss man dann an diese Stelle zurückgehen, um wie beim Hausbau erst ein stabiles Fundament zu schaffen, auf das dann weiter aufgebaut werden kann.

 

Unumgänglich ist eine ausführliche Diagnostik mit standardisierten Tests, um zunächst die individuelle Problematik zu identifizieren, später auch um eine genaue Kontrolle der Fortschritte zu gewährleisten. Für alle von mir geförderten Kinder führe ich ein Protokoll, in dem ich die verschiedenen eingesetzten Lehrmaterialien, Besonderheiten und natürlich die

gemachten Fortschritte festhalte. Es soll eine Lernsituation in einem ausgeglichenen Umfeld geschaffen werden, in der das Kind sich wohlfühlt und Spaß am Lernen hat. Wo es, ohne Druck, Fehler machen darf, die unbewertet bleiben. Dies ist zur Erarbeitung von Lösungsstrategien und zum selbstkontrollierten Lernen unumgänglich.

 

Wichtig ist es, das Kind unter Berücksichtigung seines Lernstandes durch angemessene Förderung seiner individuellen Fähigkeiten zu unterstützen.

Man muss den Stand ermitteln, wo es eine richtige Rechtschreibung gebraucht bzw. erlernte Strategien auch bei seiner „Nullfehlergrenze“ anwendet. Es zählt demnach nicht, wo das Kind vom Lernstand her im Vergleich zu seinen Mitschülern steht, sondern was es in Bezug zu sich selbst erreicht hat, und was gut für seine Befindlichkeit und Entwicklung ist. Von zentraler Bedeutung ist es, dem Kind Sicherheit zu vermitteln und sein Selbstvertrauen zu stärken.